Hardware

GRUB Error 18 – oder: der HDD-Tod

Ich weiß ja nicht, ob ihr schon mal einen Herzinfarkt hattet und wisst, wie man sich da fühlt, aber ich war heute abend/morgen kurz davor. Vor ein paar Tagen starb leider die Festplatte in meiner Workstation. Morgens wollte ich den PC anschalten und wurde mit einem „GRUB Error 18“ begrüßt, „Error 17“ wäre nicht schlimm gewesen, aber „Error 18“ ließ mich schon das erste Mal zusammenzucken.

Das Neuschreiben des MBR brachte natürlich nichts beim „Error 18“, das wäre beim „Error 17“ anders gewesen, also mal von einer Live-CD booten, dürfte doch ganz einfach sein, dachte ich mir. Und genau da gings los, jede von den 30 getesteten Live-CDs weigerte sich zu booten und gab nur seitenweise Fehlermeldungen bezüglich der Festplatte (sda) aus – Fehlermeldungen, die ich noch nie zuvor gelesen hatte.

Gut, das wäre alles nicht so schlimm gewesen, hätte ich ein Backup gehabt. Doch leider bau ich genau da im Moment im Netz herum – an der Backup-Infrastruktur. Und das beunruhigt mich jetzt wirklich, denn ich wollte keine 200 GB Daten verlieren, von denen ich keine Sicherung habe. Also noch einmal herumexperimentiert und die HDD in einen anderen Linux-PC eingebaut, selber Effekt – Scheiße!

Windows weigerte sich auch die HDD zu lesen – verständlicherweise. Diverse Rettungstools versagten auch, ich war dem Nervenzusammenbruch nahe und zitterte. Ich startete nach unzähligen Bastelversuchen neu, keine Ahnung warum, aber ich tat es – war wohl eine Kurzschlussidee. Und siehe da, sofort wurden die Partitionen erkannt, als wäre nie etwas gewesen. Dann waren die externen Festplatten aber ganz schnell am Rechner angeschlossen und in 2 Stunden war alles gesichert. Die blödesten Ideen sind wohl immer die Besten.

Sowas passiert mir nicht mehr. Ganz sicher, da ja aber nächster Woche mein Backup-Konzept wieder funktioniert: 2x Backup-Server (RAID5 und RAID1), dazu Tape-Bandsicherungen und DVD-RAM Sicherungen. Also wenn ich da was verliere, weiß ich auch nicht.. *augenroll*

Ach, hier ein Bild der lieblich-zickigen Festplatte:

Die tote Seagate-HDD
Die tote Seagate-HDD

😀

Für mich ist übrigens klar: Nie-wieder-Seagate…

In diesem Sinne, Glück gehabt.. *seufz*

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9 Kommentare Neuen Kommentar hinzufügen

  1. Dennis Klein sagt:

    Hi Ovim,

    oh wie ich das kenne mit dem Daten-Nirvana. Aber toll, dass Du noch an Deine Daten gekommen bist. Da hatte ich weniger Glück und 500GB sind „emporgestiegen“ 😉

    Zum Thema Seagate fällt mir nur ein: Sie Gate oder Sie Gate Nicht.

    Früher hätte ich Samsung empfohlen, aber heute kann ich eigentlich WD empfehlen.

    Tipp von Dunkelangst: externe Platte kaufen + DVD-RAM anschaffen worauf die wichtigsten Daten nochmal extra gespeichert werden. DVD-RAM hast Du ja selber schon im Blick. Tape ist generell auch ne sehr gute Idee (Du hast doch den DAT-Streamer von mir, oder? ;))

    Ciao
    Dennis

  2. Christian sagt:

    Hallo Dennis!

    Ja, ich bin auch sehr froh, dass ich alles, bzw. fast alles wieder habe – lediglich die letzten 5 GB meiner Musik-Sammlung sind weg, aber die hab ich noch auf einer anderen Externen. War echt kurz vorm Infarkt gestern! 😀

    Hehe, ja, Sie Gate (nicht) – mir sind schon so viele Seagate abgeraucht, ich kauf von denen nichts mehr.

    Ja, den Streamer von dir habe ich, und den hab ich auch schon benutzt und benutze ich jetzt auch wieder!

    DVD-RAM werde ich mir wohl auch anschaffen, bzw. mein neuer Brenner kann schon RAM, soweit ich weiß.

    Gruß,
    Christian! 😀

  3. Dennis Klein sagt:

    Denk nur dran, dass die DVD-RAMs nicht 100% kompatibel sind zu anderen Brennern! Die DVD-RAM die meine Frau in Ihrem Notebook gebrannt hat (Vista) kann ich nicht wirklich gut in dem DVD-Brenner in meinem Mac Pro lesen. Also: Vorher testen 😛

  4. fkf sagt:

    Ja, DVD-RAM ist toll! Die letzten 5 GB deiner Musiksammlung hab ich noch hier auf meinem Backup Server! 😀

    Holdrio!

    BTW: Mach doch mal ein Backup! *duck & wech*

  5. Keks sagt:

    Auf was setzt du beim backup Christian? Scripte? Tool? Backup-Distro?

    Ich arbeite auch gerade eine gescheite Backup Strategie aus, bin aber noch in der Planungsphase.

  6. Christian sagt:

    Hallo David!

    Ich bin auch noch in der Planungphase! Habe hier 1x Daten-Server (500 GB, RAID 0) und zwei SUN-Server (36GB RAID0) zur Verfügung. Ferner hab ich noch nen Server mit einem SCSI-RAID von 70GB (RAID5) zur Verfügung. Daraus will ich mir folgende Lösung bauen:

    Da die beiden SUN-Server 1) zu Teuer in der Unterhaltung und 2) nicht so leicht einzurichten sind, will ich zwei Backup-Server nutzen, einmal den 500 GB-Datenserver und einmal den 70GB RAID5-Server. Warum? Ganz einfach, ein RAID5 ist zigmal sicherer als ein RAID0. Was mache ich denn, wenn mein Backup-Server down ist (Plattencrash) und mein PC auch? Dann sind die Backups weg, da ich ja keine Prüfsummen etc habe. Bei einem RAID-5 tausche ich die HDD aus und gut ist, geht auch im laufenden Betrieb. Ganz einfach. 🙂

    Daher die beiden Server.
    Für äußerst sensible Daten hab ich hier dann noch einen Streamer . Da kommen dann meine Webdesign/Kommerz-Sachen drauf. Dann hab ich immer ne Handvoll Backups, wenn was schief geht. Ist mir schon oft passiert, dass selbst die Backups im Eimer waren. Daher meine “übertriebene” Sicherheit *G*

    Die Server schalten sich und die PCs dann auch per WOL ein, sichern und fahren Sie herunter, Luxus! 🙂

    Als Basis dient jeweils Debian und eine Hand voll selbst geschriebener Skripte und wohl rsync als Basis. 🙂

    Gruß, Christian!

  7. Keks sagt:

    Ok was macht für dich das Raid 5?
    Ein Hardwarcontroller?
    Im Endeffekt ist das sinnlos, da die billigeren Hardwarecontroller auch nur die CPU rechnen lassen. Dazu kommt, das du dir einen SPoF schaffst, sollte deine Hardware ausfallen. Kumpel hat das so gelöst: sata Controller 3 500gb Platten drann. Die RAIDLogik macht ein OpenBSD Softwareseitig über die CPU. Am Anfang ist das etwas nerfig, da Paritätsinformationen der Ganze Platte generiert werden müssen, da du ja die ganzen Partitionen mit BSD typischen Disklabels beschreiben musst (dauerte bei ihm 13 Stunden bei 2X450 Mhz, 1024Ram, 3x500gb, block-/stripe-größe 32 kb) .

    Sollte nun ein Hardwarefehler auftreten, wird einfach ein anderer Controller eingebaut und schon kanns weiter gehen.

    Mhh ich denke bei mir wird es auf eine Raid 0 Lösung mit wöchentlichen/täglichen Backups auf eine 3 bzw 4 Festplatte hinauslaufen.
    Damit decke ich auch den häufigsten Fall eines Datenverlustes ab, nämlich „rm -rf /“ (bzw vergleichbares 😉 )

    Ich habe das aber noch nicht ausgearbeitet, werde mich aber im Urlaub mal drumm kümmern 🙂 dann gibs auch ein howto dazu auf http://www.hansis-braindump.de!

    Gruß

    David

  8. Christian sagt:

    Hi, David.

    Also ich hab für das RAID-5 nen Hardware-Controller mit eigenem RAM und eigener CPU. Das entlastet die beiden P3 CPUs enorm. 🙂

    Klingt nett, deine Idee.

    Schau ich mir mal an, dein How-To.

    Gruß, Christian.

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