Die Qual der Wahl: ein neues Notebook

Wer sich intensiv mit IT beschäftigt kennt das Problem: neue Software bringt neue Anforderungen und irgendwann ist auch potente Hardware nicht mehr zeitgemäß. Auch im privaten Umfeld macht es durchaus Sinn nach 5 Jahren die Hardware abzuschreiben – auch wenn es dafür keine steuerlichen Vorteile gibt. 🙂

Bei mir stand kürzlich ein solcher Generationswechsel des Notebooks an – jedoch gestaltete sich die Auswahl eines Nachfolgers äußerst schwierig.

Thinkpads, damals

Früher war ich jahrelanger Freund von Thinkpads. Damals, im Jahr 2008, hatte ich günstig ein 760L auf eBay erstanden und war vom modularen und durchdachten Konzept begeistert. In den darauf folgenden Jahren nannte ich unter anderem ein T42, X41 Tablet, R500 und X200 mein Eigen. Mit meinem letzten Thinkpad, einem T420s, nahm die Freundschaft ein vorläufiges Ende. Die bisherigen Thinkpads hatte ich alle hauptsächlich mit Linux betankt und sah auch keinen Grund, davon abzuweichen. Jedoch gestaltete sich die Inbetriebnahme der verbauten Nvidia Optimus-Grafiklösung unter Linux zum damaligen Zeitpunkt als unmöglich. Die zweite Grafikkarte (NVIDIA Quadro NVS 4200M) sollte eigentlich die schwache Onboard-Grafik unterstützen, jedoch war es nicht möglich höhere Auflösungen als 800×600 einzustellen, geschweige denn mehrere Bildschirme anzusteuern. Für ein teures Business-Gerät eine ziemliche Blamage – auch, wenn die Ursache reiner Software-Natur war. Unter Windows funktionierten die Anzeigen, generierten jedoch ständig aufheulende Lüfter und sehr heiße Gehäuseunterseiten, die das ein oder andere Beinhaar versenkten. Nachdem ich einige Wochen mit dem Ausprobieren verschiedener Linux-Distributionen, Grafikkarten-Treiber und Desktop-Umgebungen verschwendet hatte, stieg die Frustration auf ein Maximum. Windows war ebenfalls keine denkbare Option und so war ich auf der Suche nach einer Alternative, die ich dann mit Apple Mac OS X und einem MacBook Pro fand.

Das erste MacBook

2013 erstand ich mein erstes MacBook und war – nach einiger Umgewöhnungszeit – auch sehr angetan davon. Das Betriebssystem ist schlank, funktional und weiß mit einem schicken Design zu überzeugen. Das damals erworbene MacBook Pro genügt heute in Puncto Performance nicht mehr den Anforderungen – insbesondere des mit 8 GB relativ geringen Arbeitsspeichers – was nach 5 Jahren aber auch absolut in Ordnung ist. Qualitativ kann ich dem 5 Jahre alten Gerät nichts ankreiden – die Tastatur tippt sich immer noch hervorragend, das Touchpad ist ein Traum und die Akku-Laufzeit ist immer im brauchbaren Rahmen. Der einzige Makel war „Staingate“ – ein Verarbeitungsfehler, bei welchem sich der Kleber des Displays löst; doch hier besserte Apple wie erwartet kostenfrei nach. Mit dem mittlerweile in macOS umgetauften Betriebssystem bin ich heute immer noch zufrieden – wenn da nicht die problematische Hardware wäre. Ich beobachte das Produktportfolio Apples nun schon seit einigen Jahren und finde beim besten Willen keinen würdigen Nachfolger für das angestaubte Unibody-Notebook. Mit Einführung der 4. MacBook Pro-Generation ging Apple, meiner Meinung nach, qualitativ in den Sturzflug über. Geschäftlich hatte ich kurzzeitig ein 2017er MacBook Pro in 15″ und war von der minderwertigen Tastatur enttäuscht. Das Tippverhalten hatte nichts mehr mit der vorherigen Tastatur gemeinsam – schwammiger, kurzer Anschlag und wackelnde bzw. hängende Tasten waren an der Tagesordnung. Vom allseits bekannten Staub-Problem blieb ich zum Glück verschont. Auch heute, nach dem dritten Update der Generation, haben die MacBooks immer noch mit ausfallenden Tastaturen, brechenden Display-Kabeln und mangelnder Kühlleistung zu kämpfen. Letzteres hatte Apple versucht mit Firmware-Updates zu beheben, vollständig gelöst ist die Problematik natürlich jedoch nicht. In zahlreichen Benchmarks bleibt die überteuerte Apple-Hardware nicht nur weit hinter den Erwartungen sondern auch noch umso weiter hinter den Ergebnissen deutlich günstigerer Geräte der Konkurrenz zurück. Ein schickes Design und ein erstklassiges Touchpad hin oder her – das ist es mir einfach nicht wert.

Kurz vor der Fertigstellung dieses Artikels hat Apple das neue MacBook Pro 16″ vorgestellt, welches neben aktualisierter Hardware auch wieder eine Tastatur mit Scherenmechanismus bietet. Damit reagiert Apple – wenn auch reichlich verspätet – auf die Hilferufe der Benutzer. Technisch handelt es sich um die gleiche Mechanik, die auch beim kabellosen Magic Keyboard zum Einsatz kommt. Eine weitere Aktualisierung, die ich begrüße, ist die ESC-Taste, die nun wieder physikalisch ist. Bei den TouchBar-Modellen seit 2015 ist diese in das OLED-Panel gewandert – insbesondere für Entwickler eine nicht nachvollziehbare Entscheidung. Ob es nun aber sinnvoll war, das Entfernen einer vorher eingeführten „Beschneidung“ als großes Feature anzukündigen, ist ein anderes Thema…

Es bleibt abzuwarten, ob das MacBook Pro 13″ bei der nächsten Aktualisierung die gleiche Tastatur erhält oder ob ein neues 14″-Gerät den kleineren Bruder restlos ersetzt – wie auch beim 15″-Modell. Hätte Apple diese langersehnte Aktualisierung vor einem Jahr veröffentlicht, hätte dies vermutlich meine Kaufentscheidung beeinflusst. Ich hätte dann vermutlich einige weitere Monate auf ein aktualisiertes kleineres Gerät gewartet.

Anforderungen

In den letzten Monaten haben sich mir die folgenden Anforderungen herauskristallisiert:

  • 13 bis 14 Zoll
  • DDR4-Arbeitsspeicher, nicht verlötet, auf 32 GB aufrüstbar
  • Nativer Quadcore-Prozessor
  • Mattes Display mit WQHD-Auflösung und mindestens 400 nits Helligkeit, wenn möglich kein 4K und kein Touch-Screen
  • Linux-Kompatibilität
  • Thunderbolt 3

Vor allem nicht verlöteter Arbeitsspeicher scheint inzwischen immer seltener zu werden. Bei meinem vorherigen Notebook hatte ich verlöteten Arbeitsspeicher und wollte dies beim nächsten Gerät vermeiden. In den 5 Jahren kam es zwar zu keinem Defekt, aber ein nachträgliches Upgrade war nicht möglich – ein solches hätte ich aber benötigt. Der Trend ist mittlerweile leider auch bei anderen Herstellern angekommen, inklusive Lenovo. Ich finde das bedenklich – damit werden teure Business-Notebooks immer mehr zu reinen Wegwerf-Produkten. Die Ausrede der Hersteller ist meist, dass sich wechselbare Arbeitsspeicher nicht mit geringen Gehäusedicken verbinden lassen. Das mag korrekt sein und deswegen schlage ich vor, diesen Trend kritisch zu hinterfragen. Mir als Konsument ist es völlig egal, ob ein Gerät 3mm dicker ist, wenn dafür eine langfristige Benutzung sichergestellt ist. Neben Arbeitsspeicher verlöten einige Hersteller inzwischen auch SSDs.

Die geringe Displaygröße von 13 bis 14 Zoll ist mir aufgrund häufiger Zugfahren wichtig. Geschäftlich arbeite ich mit einem 15 Zoll-Gerät und habe oftmals Probleme, einen passenden Tisch zum Arbeiten zu finden.

Prinzipiell benutze ich mein Notebook für die folgenden Tätigkeiten:

  • Typische Web- und Office-Tätigkeiten
  • Entwickeln in diversen Programmiersprachen (Python, Arduino, JavaScript)
  • Testen von Code in mehreren virtuellen Maschinen und Containern
  • Infrastructure as Code in Verbindung mit VirtualBox und Vagrant

Kurzum, ich brauche eine Maschine, die auch beim parallelen Betrieb mehrerer virtueller Maschinen nicht direkt ins Schwitzen gerät. Der durchschnittliche ULV-i5 ist meistens schon mit zwei VMs komplett ausgelastet, daher muss es ein i7 schon sein.

Üblicher Workload auf einem T480 mit Intel i5-7200U CPU

Üblicher Workload auf einem T480 mit Intel i5-7200U CPU

Thinkpads, heute

In den letzten 7 Jahren hat sich viel bei Lenovo getan, wie ich in den letzten Wochen feststellen durfte.

Auch wenn sämtliche Hardware-Hersteller es klasse finden, 4K-Displays in kleineren Geräten zu verbauen, finde ich den Einsatzzweck unsinnig. Im Endeffekt muss man sowieso die DPI hochschrauben und zwischen einem 2K- und 4K-Bildschirm kann ich keine Unterschiede mehr bezüglich der Schärfe in Kombination mit höheren DPI-Werten erkennen. In puncto Stromverbrauch bringen in 4K-auflösende Bildschirme Nachteile.

Ein hervorragendes Beispiel hierfür ist das kürzlich in der 7.Generation erschienene Thinkpad X1 Carbon, ein 14 Zoll-Gerät. Für die vorherige Generatino gab es neben Full HD-Displays auch WQHD-Displays. Das Top-Display war ein spiegelndes WQHD HDR-Display mit 500 nits und Dolby Vision-Zertifizierung. Abgesehen vom spiegelnden Panel ein erstklassiges Display mit brillianter Schärfe, die Auflösung ist mehr als ausreichend; im Alltagsgebrauch empfehlen sich DPI-Einstellungen zwischen 125% und 150%. Die neuere Generation bietet nun lediglich ein WQHD-Display mit 300 nits an, das Top-Display wurde durch ein glänzendes 4K-Display mit 500 nits und besagter Dolby Vision-Technologie ersetzt. Der Konsument wird also dazu genötigt, ein 4K-Display zu erwerben, wenn eine hohe Helligkeit wichtig ist.

Display-Optionen zwischen X1 Carbon 6. und 7.Generation

Display-Optionen zwischen X1 Carbon 6. und 7.Generation

Ein weiteres Mysterium für mich ist die Vorliebe Lenovos für Touchscreen-Displays in konventionellen Notebooks. Keine Frage, bei Convertibles und Tablets macht das überaus Sinn – man kann das Display umklappen und Zeichnungen erstellen oder kurze Mails per Bildschirmtastatur tippen. Aber bei einem herkömmlichen Notebook sehe ich keinen Einsatzzweck für einen Touchscreen. Geschäftlich benutze ich derzeit ein Thinkpad P52 mit einem 4K-Touchscreen und ertappe mich immer dabei, versehentlich den Touchscreen zu betätigen – beispielsweise beim Vergleichen von Inhalten auf dem Bildschirm, wenn ich mit dem Finger auf eine Zeile zeige. Das Zeichnen mithilfe eines Stiftes auf besagtem Gerät, bei welchem sich das Display nicht komplett umdrehen lässt, stelle ich mir auch äußerst unergonomisch vor…

Dass spiegelnd nicht gleich spiegelnd bedeutet, habe ich mit dem MacBook Pro vor 5 Jahren und nicht zuletzt wieder mit besagtem Thinkpad P52 gelernt. Während ich früher glänzende Bildschirme prinzipiell immer ausgeschlossen habe, konnte ich dem MacBook durchaus arbeiten. Das Display spiegelt zwar, aber nicht so stark, dass ein Arbeiten unter freiem Himmel unmöglich wäre. Genau reziprok verhält es sich mit dem P52 – es ist außerhalb eines Büros nicht benutzbar. Selbst beim Arbeiten im Schatten muss man stets auf einen vorteilhaften Hintergrund achten und den Bildschirm auf die maximale Helligkeit stellen, um die Chance zu haben etwas zu erkennen. Im direkten Vergleich mit dem X1 Extreme (1. Generation), welches über das gleiche Display verfügt, fällt auf, dass die Touchscreen-Einheit (die das Gehäuse auch spürbar dicker macht) der Übeltäter ist. Dieses verwandelt das ohnehin schon spiegelnde Display in einen Schminkspiegel mit integriertem Bildschirm.

Die nachfolgende Tabelle listet die Geräte auf, über die ich prinzipiell nachgedacht habe:

Modell Vorteile Nachteile
X1 Carbon (6. Generation)
  • klein und leicht
  • schmaler Displayrand
  • 2K-Display mit 500 nits
  • maximal 16 GB verlöteter DDR3L-RAM
  • sehr teuer
X1 Carbon (7. Generation)
  • klein und leicht
  • schmaler Displayrand
  • Optionale Carbon-Optik
  • maximal 16 GB verlöteter DDR3L-RAM
  • sehr teuer
  • 2K-Display nur noch mit 300 nits, hellstes Display ist ein 4K-Display
T490
  • kompakter Formfaktor
  • mattes WQHD-Display mit 500 nits
  • dedizierte Grafikkarte (NVIDIA GeForce MX250)
T480
  • kompakter Formfaktor
  • mattes WQHD-Display
  • dedizierte Grafikkarte (NVIDIA GeForce MX150)
  • Teuer bzw. auf dem Markt vergriffen
  • Display nicht sehr hell (300 nits)
T470p
  • Quadcore-CPU mit hohem Basistakt
  • kompakter Formfaktor
  • mattes WQHD-Display
  • dedizierte Grafikkarte (NVIDIA GeForce GT 940MX)
  • Display nicht sehr hell (300 nits)
  • kein Thunderbolt 3
  • knapp 2 Jahre alt, auf dem Markt vergriffen
X1 Extreme (1. Generation)
  • starke Hexacore-CPU
  • dedizierte Grafikkarte (NVIDIA GeForce 1050Ti)
  • 15.6″, groß und schwer
  • stark spiegelndes 4K-Display
  • sehr teuer
X1 Extreme (2. Generation)
  • starke Hexacore-CPU
  • dedizierte Grafikkarte (NVIDIA GTX 1650)
  • mattes 4K-Display mit 500 nits
  • 15.6″, groß und schwer

Gänzlich unverständlich ist mir, wieso in 2019 immer noch DDR3-Arbeitsspeicher in modernen Geräten verbaut wird. Aktueller DDR3-Speicher lässt sich auf bis zu 2133 MHz takten, DDR4 käme auf bis zu 3200 MHz. Viel interessanter ist jedoch der geringere Stromverbrauch von 1,2 statt 1,35 Volt – das dürfte dem Interesse der Hersteller höhere Akkulaufzeiten anzubieten also in die Karten spielen. Die verbauten Prozessoren unterstützen in der Regel sowohl LPDDR3 als auch DDR4-Speicher, eine Limitierung durch die CPU scheidet also aus. Folglich dürften also die üblichen „Geiz ist geil„-Gründe gegen das Upgrade sprechen, vielleicht entgeht mir hier aber auch ein essentielles technisches Detail.

Übrigens bieten Lenovo und andere Hersteller inzwischen auch Notebooks mit AMD-Prozessoren an (Bei Lenovo: T495, T495s, X395, E495, E595), jedoch werden diese Produkte stiefmütterlich behandelt, wie an den Displays zu erkennen ist. Abseits von Full HD-Bildschirmen gibt es keine weitere Auswahl und auch bei der Helligkeit müssen sich die AMD-Alternativen weit hinten einreihen. Schade, hier erhoffe ich mir mehr Optionen für die Zukunft.

Andere Hersteller?

Als ich vor einiger Zeit auf Twitter nach Erfahrungswerten fragte, kamen auch Kommentare in Richtung anderer Hersteller. Da mir eine grundsätzliche Linux-Kompatiblität und die langfristige Verfügbarkeit von Ersatzteilen wichtig waren, kommen im Prinzip nur die „großen“ Hersteller in Frage:

  • Lenovo
  • HP
  • DELL
  • Fujitsu

HP bzw. HPe habe ich jahrelang aufgrund von schlechten Erfahrungen mit dem Support und irreführender Werbung (der iLO-Controller des HP MicroServer Gen8 wurde stark beworben, jedoch wurden die zusätzlichen Lizenzkosten verschwiegen) gemieden. Verarbeitungstechnisch hatte ich die Notebook-Sparte jedoch positiv in Erinnerung – so überlebte mein damaliges HP EliteBook 8440p sogar mehrere Stürze – dem hochwertigen, wenn auch schweren Gehäuse sei Dank. Problematisch waren nur die Displays, an welchen HP immer sparte. So waren geringere Auflösungen und Display-Helligkeiten leider die Regel.

Mit Dell-Hardware habe ich immer mal wieder Berührungspunkte und habe auch jahrelang selbst geschäftlich Dell-Notebooks benutzt. Was man Dell zugute halten muss ist die rasche Weiterentwicklung der Produkte und die in der Regel günstigen Anschaffungspreise. Konkurrenz-Produkte sind meistens mehrere hundert Euro teurer – aber auch bedeutend qualitativer. Ich erinnere mich in diesem Kontext an diverse mobile Workstations (Precision M4600), die zwar eine hohe Leistung, aber auch eine erschreckend geringe Verarbeitungsqualität aufwiesen. Auch wenn die Tastaturen in den letzten Jahren immer wieder verbessert wurden, sind diese – meiner Meinung nach – immer noch nicht auf dem Niveau Lenovos. Auch in puncto Displayscharniere sehe ich hinsichtlich der Haptik und Stabilität noch Optimierungsbedarf.

Mit der XPS-Serie bietet Dell zum Teil sehr kompakte Notebooks an, die ebenfalls mit hochauflösenden Displays ausgestattet werden können. Ich hatte die Gelegenheit mit einem etwas älteren XPS Hands-on Erfahrungen machen zu können. Verarbeitungstechnisch hebt sich die Serie durchaus von der klassischen Latitude ab – so gibt es beispielsweise hochwertigere Gehäuse aus Aluminium. Nichtsdestotrotz kann ich mich mit der Tastatur und dem verlöteten Arbeitsspeicher einfach nicht anfreunden. Im direkten Vergleich mit der Konkurenz bleiben die Displays auch etwas hinter meinen Erwartungen zurück (Helligkeit und Backlight Bleeding). Auch aktuelle Geräte leiden immer noch unter dem DELL-typischen Problem des Spulenfiepsens.

Kurzum – ich sehe durchaus verbesserte Produktqualität bei Dell, richtig überzeugt hat mich das Angebot aber nicht.

Durch Zufall bin ich in einem Fachgeschäft auf das Razer Blade Stealth 13 gestoßen. Verarbeitungstechnisch hat mich das Gerät sehr positiv überrascht – so bietet es ein sehr edles und hochwertiges Aluminiumgehäuse, welches dem MacBook sehr ähnlich ist. Zu einem leistungsstarken Intel i7-Prozessor gesellt sich eine NVIDIA GTX 1650 Max-Q und bis zu 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher, der sich leider nicht erweitern lässt. Und aus dem Grund ist das Gerät leider auch sofort wieder uninteressant geworden.

Und was ist es nun geworden?

Schlussendlich bin ich nach vielen Wochen des Testens und Recherchierens tatsächlich bei einem HP zBook 14u G6 (6TP66EA) mit den folgenden Spezifikationen gelandet:

Komponente Eigenschaften
CPU Intel Core i7-8565u @ 1.8 GHz, 4 Cores + Hyper-Threading, 4.6 GHz Turbo, 8 MB Cache, 15-25W TDP
Arbeitsspeicher 16 GB DDR4-2400 Arbeitsspeicher (2 Slots, offiziell maximal 32 GB möglich)
GPU Intel UHD Graphics 620
AMD Radeon Pro WX3200 (4 GB DDR5 Speicher)
Display Mattes 4K-Display ohne Touchscreen mit 600 nits Helligkeit
Massenspeicher 1 TB PCIe NVMe-SSD (Samsung 970 EVO Plus)
Netzwerk Intel Dual Band Wi-Fi 5 9560 und Bluetooth 5.0
Vollwertiger RJ45 LAN-Port
Webcam 720p HD Infrarot-Webcam
Schnittstellen USB 3.0
USB 3.1/Thunderbolt 3
HDMI 1.4b
NFC, Fingerprint- und SmartCard-Reader
Akku Wechselbarer 3 Zellen 50 Wh-Akku, knapp 10 Stunden Akkulaufzeit (je nach Lastprofil)
Gewicht 1,5 kg
Support 3 Jahre Vor-Ort-Service

Das zBook bietet gegenüber den oben erwähnten Lenovo-Optionen entscheidende Vorteile:

  • mattes Display mit sehr hoher Helligkeit
  • wechselbarer DDR4-Arbeitsspeicher
  • wechselbarer Akku
  • vollwertiger RJ45-Port

Vor allem letzteres ist tatsächlich sehr selten geworden. Mir ist kein anderer Hersteller bekannt, der in einem 14 Zoll-Gerät noch RJ45-Ports verbaut. Zwar klappt sich die untere Pinleiste automatisch beim Entfernen des Kabels ein damit sie Platz im Gehäue findet – aber immerhin ist ein funktionaler Port mit an Board. Zugegebenermaßen brauche ich das nicht allzu häufig, finde die Bestrebung jedoch sehr begrüßenswert.

Eine denkbare Alternative wäre das sehr ähnliche EliteBook 840 G6 gewesen, welches jedoch ein schlechteres Display bietet (4K bei 400 nits).

Fazit

Der Notebook-Markt ist von reinen Wegwerf-Produkten gepflastert und denkbare Alternativen werden immer seltener. Glücklicherweise gibt es diese dennoch – auch, wenn man sie auf den ersten Blick nicht unbedingt sieht. Mit dem HP zBook 14u habe ich eine solche Alternative gefunden – entsprechende Hardware- und Betriebssystem-Erfahrungswerte werde ich in weiteren Artikeln beschreiben.

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6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Chance vertan: Toshiba Tecra. Also die großen Workstations. Damit hatte ich mal geliebäugelt (ist dann aber doch ein Gamingnotebook geworden). HP ist mir zu schlecht hinsichtlich des P/L-Verhältnisses geworden.

    • Hey tux!

      Die Toshiba-Produkte habe ich mir auch angeschaut – eben, weil ich früher auch ein großer Fan war.
      Aktuell scheinen die aber nix zu haben, was die erwähnten Kriterien erfüllt – zumindest finde ich nichts derartiges.
      Oder habe ich da was übersehen?

      Welches Notebook ist es bei dir dann geworden?

      HP ist nicht günstig, da hast Du leider Recht.

      Beste Grüße,
      Christian.

  2. Bin in einer ähnlichen Situation; deshalb vielen Dank für den tollen, gut strukturierten Beitrag. Der Artikel hat mir sehr geholfen.
    P.S.: Das Gerät von HP gibt es auch mit Studi-Rabatt.

    • Hallo Henner,
      danke sehr für das Feedback – freut mich, dass dir der Artikel geholfen hat!

      Welche Notebooks stehen denn bei dir derzeit zur Diskussion?

      Beste Grüße,
      Christian.

  3. Hallo,
    du bringst da LPDDR3 und DDR3L durcheinander… Die X1 Carbon haben LPDDR3.
    LPDDR3 (übrigens auch 1.2V, 1.35V ist DDR3L) braucht deutlich weniger Strom als DDR4, vor allem im Idle/Standby (ca. 20%). Natürlich ist DDR4 schneller, aber für ein mobiles „Ultrabook“ hat Lenovo bei den X1 Carbon eigentlich alles richtig gemacht.
    Disclaimer: Habe seit 1,5y ein X1 Gen6 und bin absolut zufrieden.

    • Hallo!

      Vielen Dank für den Input, LPDDR3 war mir bisher nicht bekannt – das werde ich die Tage noch im Artikel ergänzen.

      Prinzipiell hast Du recht, wenn man Wert auf ein möglichst dünnes Gerät mit langer Akkulaufzeit legt.

      Ich hätte es sehr schön gefunden, wenn es vom X1C noch eine etwas performantere Version mit DDR4-RAM und Slots gegeben hätte. Die zusätzlichen Millimeter hätte ich beim X1C-6 in Kauf genommen und sofort ein solches Gerät gekauft. 🙁

      Beste Grüße,
      Christian.

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