Meine ersten Schritte mit HP-UX

Mein besonderes Interesse gilt nicht nur Linux sondern jeglichen unixoiden Betriebssystemen – je exotischer, desto interessanter.

Seit rund einem Jahr arbeite ich als Linux-Administrator und nutze jede Gelegenheit mich fortzubilden. Vor Kurzem hatte ich das Gl├╝ck gefragt zu werden, ob ich mich auch in anderen Bereichen fortbilden will – speziell ging es um HP-UX. Die Entscheidung fiel mir nicht schwer! ­čÖé

Nachdem ich letzte Woche meine erste Linux-Zertifizierung als “Junior-Level Certified Linux Professional (LPIC-1)” bestanden habe, besch├Ąftige ich mich verst├Ąrkt mit HP-UX. Auf eBay habe ich mir eine gebrauchte HP C8000 Workstation ersteigert. Die C8000 ist, im Vergleich zu anderen HP-UX Workstations, ziemlich erschwinglich. Produktiv l├Ąsst sich die Maschine offiziell zwar nur mit HP-UX 11.11 verwenden (aktuell ist 11.31) – f├╝r den (Neu-)Einstieg ist das, meiner Meinung nach, aber okay.

Meine C8000 kam gleich mit original HP-UX 11.11-Medien und verf├╝gt dar├╝ber hinaus ├╝ber:

  • 1x PA-8900 PA-RISC CPU mit 1 Ghz Taktfrequenz und 3 MB L1-Cache sowie 64 MB L2-Cache – eine zweite CPU kann eingebaut werden
  • 8 GB DDR2 ECC Arbeitsspeicher – maximal sind 32 GB m├Âglich
  • 2x RS232 und 1x Gigabit Ethernet
  • 16x/48x DVD-/CD-ROM Laufwerk
  • Integrierte IDE- und SCSI-U320-Schnittstellen
  • 2x SCSI U320 Festplatten mit 15.000 Umdrehungen und 73 GB Speicherkapazit├Ąt
  • PCI- und PCI-X Steckpl├Ątze
  • ATI FireGL X3 Grafikkarte mit 2x DVI
  • Phillips Soundkarte
  • USB 1.1

 

Wenn man bedenkt, dass das Ger├Ąt knapp 10 Jahre alt ist, muss man zugeben, dass die Hardware-Konfiguration daf├╝r sehr beachtlich ist. Vor 10 Jahren sa├č ich vor einem Pentium 1 mit 166 Mhz und ganzen 32 MB RAM. ­čśÇ

Die C8000 wurde damals sehr gerne f├╝r leistungshungrige CAD-Anwendungen verwendet, was auch die “dicke” Grafikkarte rechtfertigt.

Anyway – ich verwende die C8000 um ein wenig in HP-UX reinzukommen und erste Erfahrungen zu sammeln. Demn├Ąchst besuche ich noch einige Schulungen, die mir das n├Âtige Fachwissen f├╝r mein “daily business” n├Ąherbringen sollen. Mit etwas Gl├╝ck bin ich einem halben Jahr dann “HP-UX Certified Systems Administrator (CSA)“. ­čÖé

Wenn man zuvor nahezu ausschlie├člich mit Linux und einigen BSD-Derivaten “gespielt” hat, ist HP-UX eine ganze andere Nummer – man f├Ąngt zwar nicht ganz bei Null an, muss aber an vielen Ecken umdenken und Neues lernen.┬á Zum Lernen verwende ich das Buch “HP-UX 10.x system administration” von Marty Poniatowski – das Buch bezieht sich zwar nicht auf HP-UX 11.x, die Grundlagen sind aber in aller Regel gleich.

Von der Installation von HP-UX war ich sehr ├╝berrascht – das System l├Ąsst sich mindestens genau so einfach installieren, wie ein aktuelles Ubuntu-Derivat. Ich dachte, die Installation w├╝rde sich wesentlich schwieriger gestalten.

Umso schwieriger war f├╝r mich das erste Verwenden der sehr altbackenen Oberfl├Ąche CDE (Common Desktop Environment), die man auf vielen kommerziellen Unix-Derivaten immer noch findet. Der grafische Login war nicht m├Âglich und die entsprechende Fehlermeldung leider nicht sehr aussagekr├Ąftig (“Login nicht m├Âglich“). Nach einigen Tagen der Internet-Recherche und Logdatei-Inspektion habe ich die L├Âsung gefunden – fehlerhafte Namensaufl├Âsung-Einstellungen.. *hust*

Fast ebenso erging mir es mit der Vergr├Â├čerung der /home-Partition, die bei einer Standard-Installation erstmal nur ganze 32 MB gro├č ist. Zum Gl├╝ck hab ich hier die L├Âsung im Buch schnell gefunden und habe mit dem “System Administration Manager”┬á (SAM) ein geniales System-Tool entdeckt, das wirklich nahezu alles unter einem Dach konfigurieren kann (unter anderem auch Dateisystem-/Festplatten-Verwaltung).

Die Bedienung von CDE ist wirklich sehr gew├Âhnungsbed├╝rftig – erinnert mich ein wenig an die erste XFCE-Version, die ich vor einigen Jahren unter SuSE 8.x verwendet habe.

HP-UX 11.11 enth├Ąlt einige wenige grafische Anwendungen, wie beispielsweise auch Mozilla in einer sehr fr├╝hen Version. Wirklich verwenden kann man den Browser aber nicht – selbst bei einfachen Seiten ohne Addons oder Skripten st├╝rzt der Browser sehr oft ab. Zum Gl├╝ck bietet HP Firefox 3.5 f├╝r HP-UX 11.1 an: https://h20392.www2.hp.com/portal/swdepot/displayProductInfo.do?productNumber=HPUXJAVAFFTB

F├╝r die Fernwartung von HP-UX steht erstmal nur die altbackene und unsichere “R-Familie” zur Verf├╝gung – oder alternativ ein angepasstes OpenSSH, welches HP zum Download anbietet: https://h20392.www2.hp.com/portal/swdepot/displayProductInfo.do?productNumber=T1471AA

Es gibt generell auch sehr viel von Linux und BSD bekannte Software als angepasste Version f├╝r HP-UX – empfehlenswert ist hierf├╝r die folgende Seite: http://hpux.connect.org.uk/

Die folgenden Tools sind f├╝r meine t├Ągliche Arbeit als Linux-Administrator nicht mehr wegzudenken und mussten nat├╝rlich auch gleich auf der C8000 installiert werden:

 

Wer mit CDE nicht zurecht kommt, findet ├╝brigens sogar eine alte GNOME– und XFCE-Version f├╝r HP-UX 11.11. ­čÖé

In meinem Wiki gibt es ab sofort eine neue Rubrik, die nach und nach mit einigen Notizen bez├╝glich HP-UX gef├╝llt wird: [klick mich!]

Anbei nat├╝rlich auch ein paar Bilder der C8000 – und CDE:

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