Die fabelhafte Welt der SUN-Workstations

Heute ist mir beim Surfen mal wieder aufgefallen, wie viele extravagante und ausgefallene UNIX-Workstations es von SUN doch gab. Meiner Meinung nach war SUN ohnehin einer der innovativsten Konzerne überhaupt – wenn man bedenkt, wie viele bahnbrechende Produkte von SUN stammen oder durch SUN perfektioniert wurden. Um mal fünf zu nennen:

  • Java
  • NFS
  • ZFS
  • MySQL
  • OpenOffice

UNIX-Workstations und -Server waren eines der Kerngeschäfte von SUN und auch hier wurden zahlreiche sehr durchdachte und robuste Produkte geschaffen – meine Top-5 besteht aus:

 

SUN JavaStation 1

JavaStation 1

JavaStation 1 (Quelle: http://nathan.chantrell.net/linux/sun-javastation-1-and-linux/)

Die SUN JavaStation 1 war eine vollständige UNIX-Workstation, untergebracht in einem Gehäuse, welches eigentlich für externe CD-Brenner und Bandlaufwerke verwendet wurde. Das Gerät hatte keine Festplatte oder ein CD-ROM/Disketten-Laufwerk und war eher als „diskless“ Workstation für Java-Anwendungen konzipiert. Verbaut war eine 110 Mhz MicroSPARC-CPU und maximal 64 MB Arbeitsspeicher. Vorinstalliert wurde ein proprietäres Betriebssystem namens „JavaOS„, eine Art abgespeckte Java-VM – es war aber auch möglich, Linux oder BSD zu installieren. Für 1996 war die JavaStation 1 ein kleines, aber leistungsfähiges Gerät.

 

SUN JavaStation 10

JavaStation 10

JavaStation 10 (Quelle: http://josekblog.blogspot.de/2008/09/sun-adelantados-su-tiempo.html)

Die JavaStation 10 war der größerer Bruder der JavaStation 1 und erinnerte optisch stark an eine Kaffeemaschine, weswegen das Gerät auch den Codenamen „Krups“ erhielt. Das Gerät verfügt über eine 100 Mhz MicroSPARC-CPU und ebenfalls bis zu 64 MB Arbeitsspeicher. Es hatte eine stärkere Grafikkarte als die JavaStation 1 und brachte auch eine Soundkarte im Kaffemaschinen-Gehäuse unter.

 

SUN Voyager

SPARCstation Voyager

SPARCstation Voyager (Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:SPARCstation-voyager.jpg)

Einen Bildschirm mit integrierter Workstation brachte SUN unter dem Namen „Voyager“ heraus. Das Gerät verfügte über einen 12″ Farbbildschirm  oder 14″ Schwarz-Weiss-Bildschirm mit bis zu 1024×768 bzw. 1152×900 Pixel. Verbaut war eine 60 Mhz MicroSPARC-CPU und bis zu 80 MB Arbeitsspeicher. Neben diversen parallelen und seriellen Ports fanden auch eine Soundkarte und ein Zugangskartenleser Platz im Gehäuse.

 

SUN IPX

IPX

IPX (links, Quelle: http://www.digibarn.com/collections/systems/xerox-intran-sun-ipx/index.html)

Die SUN IPX war die kleinste Workstation von SUN – auf der Größe eines handelsüblichen Telefonbuchs fanden eine 40 Mhz CPU und bis zu 64 MB Arbeitsspeicher Platz. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (1991) war eine solche Leistung bei dieser Größe eine Seltenheit.

 

SUN Ultra 5

Ultra 5

Ultra 5 (Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9b/SUN-Ultra5.jpg)

Die SUN Ultra 5 war die kleinste Workstation der Ultra-Serie von SUN. Im klassischen Pizzabox-Design vereinte sie eine UltraSPARC IIi-CPU mit bis zu 400 Mhz und maximal 512 MB Arbeitsspeicher. Neben einem Disketten- und CD-ROM-Laufwerk fanden auch eine IDE-Festplatte und eine Soundkarte Platz.

 

Es ist wirklich schade, dass diese Produkte eingestellt und nicht mehr weiterentwickelt wurden. SUN war ein wirklich innovativer Hersteller und ich bin mir sicher, dass noch einige innovative Produkte gefolgt wären, sofern die Nachfrage gestimmt hätte.

Offensichtlich sind UNIX-Workstations heutzutage nicht mehr gefragt – andere Hersteller, wie beispielsweise Hewlett-Packard, haben ihr Workstation-Geschäft ebenfalls eingedämmt, bieten keine aktuellen Workstations mehr an und schränken neue Betriebssystem-Versionen auf aktuelle Hardware ein. Schade, dass man diese großartigen Geräte so leise sterben lässt.

 

Bilderquellen

Die oben verwendeten Bilder stammen nicht von mir sondern von den folgenden Seiten – gemäß Creative Commons danke ich den Autoren für die Bereitstellung unter dieser Lizenz:

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  1. Pingback: Vergangen, aber nicht vergessen – HP-UX Workstations | /var/pub/chris_blog

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