FrOSCon 2012

Die Tage fand in Sankt-Augustin die siebte Free and Open Source Software Conference“ (kurz: FrOSCon) statt – Dennis, Björn und meine Wenigkeit waren dort. Für mich war es die erste – aber sicherlich nicht die letzte. In den Räumlichkeiten der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg wurden zahlreiche, sehr informative Vorträge angeboten – wir haben uns speziell für die Vorträge

  • Einstieg in den RPM-Paketbau
  • SNMP Applied
  • OpenNebula
  • check_mk
  • YADT
  • SELinux

interessiert.

Sehr informativ und nützlich waren die Vorträge RPM-Paketbau, YADT und check_mk. Ich beschäftige mich seit etwas über einem Jahr mit Nagios bzw. Icinga und frage mich, wie ich bisher ohne check_mk damit arbeiten konnte. Vieles ist soviel einfacher mit check_mk, wie Jens auch live sehr eindrucksstark demonstriert hat. Die nächsten Wochen werde ich mich also verstärkt damit beschäftigen – alleine schon aus dem Grund, weil ich ein recht fauler Mensch bin und gerne Zeit spare. 🙂

Mit YADT hat Ralph Angenendt eine Management-Suite für Rechenzentren präsentiert, die zur effizienten Verwaltung von (ähnlichen) Servern verwendet werden kann. Auch hierin habe ich gleich einen Nutzen für eines meiner Probleme als IT-Administrator gesehen. Vor Chef und Puppet habe ich mich aufgrund der Komplexität bisher immer ein bisschen gescheut und Red Hat Satellite hat mich – offen gestanden – enttäuscht. Ich suche im Prinzip ein kleines, smartes Tool für Konfigurationsmanagement, das keine großen Anforderungen hat und simpel gestrickt ist. Der YADT-Vortrag hat mich neugierig gemacht – das könnte die Lösung sein, die ich schon lange suche.

Nicht ganz neu, aber keineswegs vertraut war SELinux für mich. Zugegebenermaßen hat mich die sehr umfangreiche Dokumation des Projekts bisher immer etwas abgeschreckt. Der Vortrag von Toshaan Bharvani hat mir gezeigt, dass die Materie zwar nicht ganz ohne, aber durchaus nachvollziehbar ist. Setzt man die Grundidee von SELinux konsequent um, verfügt man wohl über das sicherste Linux-System, das man sich nur vorstellen kann.

Neben den Vorträgen gab es auch zahlreiche Stände von Open Source-Projekten, wie beispielsweise:

  • Debian
  • CentOS
  • Fedora
  • FreeBSD / NetBSD

Angenehm war der offene Dialog mit anderen Open Source-Begeisterten, die auch daran Interesse hatten, Erfahrungswerte auszutauschen und anderen bei der Lösung von Problemen zu helfen. Es war keine Seltenheit, das gemütlich bei einem Kaffee das ein oder andere Notebook-Problem gelöst wurde. Das ist etwas, das die Open Source-Szene so sympatisch macht – die Offenheit und Bereitschaft, ohne Entgelt spontan Hilfe anzubieten.

Sehr interessant finde ich bei solchen Open Source-Events auch immer die Verbreitung von exquisiter Lenovo-Hardware. Während „herkömmliche“ Hardware recht selten anzutreffen ist, setzen die meisten Geeks auf Thinkpads – bevorzugt der X- und T-Serie. Somit zeigt sich mal wieder – Geeks haben einfach den besseren (Hardware-)Geschmack! So kann auch ganz schnell ein einstündiger Dialog über die verschiedenen Gadgets für das eigene Thinkpad entstehen.

Schade war übrigens, dass NetBSD nicht den prominenten NetBSD-Toaster ausgestellt hatte – diesen hätte ich sehr gerne mal „live“ gesehen.

Interessant war das recht maue Interesse am GNOME-Stand – im Dialog mit Anderen hat sich gezeigt, dass die aktuellen GNOME-Entwicklungen einem Großteil der Anwenderschaft missfällt. Selbst eingefleischte Fans von Linux auf dem Desktop haben die Flucht auf alternative Desktop-Umgebungen oder Fenstermanagern ergriffen. Das bestätigt mir mal wieder meine These, das moderne „Zukunftsvisionen“ nicht immer auch als solche wahrgenommen werden, wenn man seine „altmodischen“ Anwender gänzlich aus dem Fokus verliert. Ich selbst setze seit geraumer Zeit kein Linux mehr auf dem Desktop ein – spätestens die letzten Entwicklungen hätten mich zum Nachdenken angeregt, da ich bisher immer mit großer Begeisterung GNOME eingesetzt habe. Mit Cinnamon und MATE gibt es glücklicherweise zwei Ansätze, die das gewohnte GNOME-Feeling auf den Rechner zurückzuholen. Auf einem meiner Thinkpads werkelt derzeit noch ein älteres Ubuntu mit dem klassischen GNOME-Desktop – ich frage mich, welche Distribution auf dem Notebook installiert wird, wenn es für besagtes Ubuntu keine Updates mehr gibt. Zum Glück habe ich für diese philosophische Entscheidung noch Zeit. 😀

Oracle hatte übrigens auch einen Stand auf der FrOSCon, den ich jedoch nie besetzt erlebt habe. Böse Zungen behaupten, das würde Oracle’s generelles Interesse an quelloffener Software exakt widerspiegeln – das ist gar nicht so weit hergeholt, wie ich finde. Ironischerweise sollte sich der Oracle-Stand um MySQL drehen – am Anfang dieser Woche war von Beschwerden der Open Source-Szene bezüglich Oracle’s Verschlossenheit bei der Entwicklung von selbiger zu lesen. Ein Schelm, wer böses denkt.. 😉

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Hm, der Gnome 3 Stand war ziemlich gut besucht.

    Zumindest zu den Hauptzeiten, leider war es für mich die am schlechtesten Besuchte FrOSCon, trotzdem war es nett dich zu treffen ;-).

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