HP-UX auf Xeon-Architektur – Hoax oder ersehnte Portierung?

Die Tage habe ich gelesen, dass HP CEO Meg Whitman im Juni einen Anlass zu provokativen Gerüchten gegeben hat. Ich beziehe mich hier auf eine Aussage um die Zukunft von HP-UX, bei der man freudig proklamierte, an einer HP-UX-Version zu arbeiten, die auf einem Intel Xeon werkelt.

Ich hatte ja im Juli bereits meinen Unmut über die letzten Itanium-Entwicklungen verkündet – diese (wenn auch noch leere) Versprechung könnte das Blatt wenden.

Es ist keine Neuigkeit, dass der Itanium-Prozessor schon seit geraumer Zeit am Stagnieren ist – bei vielen Kunden ist ein reger Rückwärtstrend nicht von der Hand zu weisen. Die Gründe sind meist die gleichen: zu teures Produkt, zu geringerer Vorteil gegenüber alternativen x86-Lösungen. Mit der Öffnung von HP-UX in Richtung x86_64 könnte sich das Blatt wenden und die Zukunft des Betriebssystems längerfristig gesichert werden. Die Frage ist, schafft HP es, der (leeren?) Versprechung gerecht zu werden? Und wenn ja, wie? HP-UX ist stark mit der Itanium-Architektur verzahnt, eine komplette Portierung dürfte daher sehr aufwändig sein – in der Vergangenheit wurde ein ähnliches Portierungsprojekt bereits abgebrochen. Vermutlich ist eher mit einer Emulationsschicht zu rechnen, die auf der Xeon-Architektur einen Itanium-Layer implementiert.

Fragen über Fragen – bleibt abzuwarten, was die Zukunft bringt.

Wer weiß, vielleicht ist der folgende Output in Zukunft gar nicht mal so abwägig.. 😀

# machinfo
CPU info:
  6 Intel(R) X5690 series processors (3.46 GHz, 12 MB)
          6.4 GT/s bus, CPU version C2
          12 logical processors

Memory: 32668 MB (31.90 GB)

Firmware info:
   Firmware revision:  5.154
   FP SWA driver revision: 2.10
   IPMI is supported on this system.
   BMC firmware revision: 2.61

Platform info:
   Model:                  "x86_64 hp server dl380"
   Machine ID number:      XXXXXXXXX
   Machine serial number: XXXXXXXXX

OS info:
   Nodename:  hpuxdbs
   Release:   HP-UX B.11.41
   Version:   U (unlimited-user license)
   Machine:   x86_64
   ID Number: 0631742643
   vmunix _release_version:
@(#) $Revision: vmunix:    B.11.41_LR FLAVOR=perf

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hmmm… bei HP scheint man wohl aktuell selbst nicht genau zu wissen, wohin es gehen sollte?!?! Erinnert mich irgendwie an das Chaos bei den Storage Produkten.

    Eine Portierung von HP-UX auf x86 halt ich für äußerst bedenklich, denn in HP Kreisen hat man auch schon verkündet an einer RHEL basierenden Linux Version für die Superdome2 x86 Blades zu arbeiten. Wichtige Kernel Features für die Plattform als auch Serviceguard/MC für Linux sollen entwickelt bzw. erweitert werden um gleich auf mit HP-UX zu sein. Und genau damit will man dann wohl langfristig die HP-UX Kunden bedienen. Immerhin werkeln auf den meißten HP-UX Installationen Oracle und / oder SAP. Mit dieser Lösung könnte man Linux x86 basierende Software in einer Hochverfügbaren Systemlandschaft mit RAS Features betreiben. HP-UX für Xeon würde ja im Umkehrschluß nur bedeuten das Oracel, SAP, etc. wieder eine Portiierung vornehmen müssen, außer HP schafft es HP-UX für x86 binärkompatibel mit Itanium zu machen. Technisch könnte das durchaus drin sein, entsprechende Features könnte Intel durchaus in ihren Xeon CPUs einarbeiten. Trotzdem fragwürdig, vor allem angesichts der Tatsache, das der Unix Markt generell rückläufig ist. Mehr und mehr Unternehmen fordern Lösungen mit Linux. Was auch deutlich für den Trend bei IBM spricht, zunehmend PowerVM in Verbindung mit Linux anzupreisen. Man wagt sich sogar den direkten Vergleich zu Hypervisor Lösungen im x86 Umfeld.

    Grundsätzlich kann ich es mir nicht vorstellen. Vielleicht ist HP-UX für x86 nur noch ein Zwischenschritt für die „sanfte“ Migration (im Geiste natürlich) zu einer reinen Linux Lösung.

    Gruß
    Tschokko

    • Tja, da magst Du Recht haben. HP weiß wohl nicht, was sie wollen – Orientierungslosigkeit ist da leider allgegenwärtig, was ja auch den häufigen Führungswechsel erklärt.
      Die Serviceguard-Lösung für Linux hatte ich gerade die Tage im Netz entdeckt. Habe ich bisher nicht in Natura sehen können. Der Artikel, den ich gelesen hatte, bezog sich auf Erfahrungen aus dem Jahr 2004. Damals war es zwingend notwendig, HP-Server und -Storages zu verwenden – wie das aktuell aussieht, weiß ich nicht. Prinzipiell wäre ich als Linux-Admin natürlich nicht abgeneigt, in Zukunft im „Big Business“ auf Enterprise Linux-Systeme mit Serviceguard-Addons zu treffen – dennoch würde ich HP-UX hinterher trauern, weil es – meiner Meinung nach – ein super solides und simples System ist, welches sicherlich noch Potenzial hätte (vorrausgesetzt man weiß, wie man das Produkt noch retten kann).
      Aber vermutlich hast Du Recht, dass HP-UX leise stirbt, da eine richtige Portierung sehr viel Aufwand bedeutet. Binärkompatibel zu einer anderen Architektur zu sein erfordert massive Arbeiten, die vermutlich in mittelfrister Zeit nicht zu bewerkstelligen sind. Der Aufschwung von Linux ist nach einigen Jahren mittlerweile auf einem Hochpunkt, der Unix nach und nach uninteressanter werden lässt.

      Also – mehr Zeit und Geld in Linux-Zertifizierungen investieren! 😉

      P.S.: Mich würde mal interessieren, wie es mit der Verbreitung von Solaris aussieht. Nach Oracle’s eigenen Worten soll das ja „das gefragteste Unix aller Zeiten sein“. Ich finde das System sehr interessant, habe bisher aber noch nicht von vielen Systemen in der „freien Laufbahn“ gehört/gelesen. 😉

      Gruß, Christian!

  2. Das Oracle zur Übertreibung neigt, ist ja nichts neues! 🙂 Ich persönlich glaube das die Verkaufszahlen Solaris / SPARC dramatisch eingebrochen sind. Aber glauben heißt bekanntlich nicht wissen! 😀 Ich hab keine Ahnung… Fakt ist jedenfalls das Oracle eigentlich immer maßlos mit Ihren Angaben übertreibt.

    In Linux zu investieren mag sicherlich nicht verkehrt sein, nur Linux ist halt nichts wert. Genauso wenig wie Windows. Linux und Windows Leute gibt es wie Sand am Meer. Ich persönlich werde in keines der beiden Betriebssystem viel Mühe investieren, denn die Entlohnung fällt eben entsprechend mager ist. Der Markt ist einfach total überlaufen.

    Zur privaten Bespaßung tu ich mir hier und da noch bisserl Unix an, im Moment eben AIX. Aber beruflich sehe ich langfristig in Betriebssystemen keine Zukunft mehr. Darum hab ich dieser ganzen Sparte deutlich den Rücken gekehrt. Mir machts inzw. persönlich mehr Spaß dem Linux Heini aufn Kopf zu klopfen, und ihn aufzufordern sein Klump zum Laufen zu kriegen. Damit drücke ich auch deutlich meine persönliche Abneigung zu Linux aus. Wobei ich Windows nicht viel weniger abneige. Nur das wird wenigstens im Gegenzug zu Linux strategisch deutlich besser ausgerichtet und man steht nicht dauernd vor so einer chaotischen Wiese wo Befehle, Konfig Datei, Logs sich dramatisch voneinander unterscheiden. Nicht umsonst heißt es doch so schön: Viele Köche verderben den Brei. Und genau so sieht Linux IMHO aus.

    Was HP-UX betrifft kann ich nur sagen, es ist ein angestaubtes Betriebssystem. Schon alleine deswegen sehe ich nicht mehr viel Potenzial darin. Solaris und AIX sind meiner Meinung nach erheblich fortgeschrittener, haben aber auch so ihre Macken und Tücken. „Nobodys perfect“…

    Na mal schauen, was die Zeit so mit sich bringt! 🙂

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