Speicherverwaltung unter Fedora leicht gemacht: System Storage Manager

Wie gestern schon kurz angerissen, ist eine der zahlreichen Neuerungen von Fedora 18 der System Storage Manager. Dieser erlaubt die zentrale Verwaltung von Speichergeräten – sind die Zeiten des Manpage-Durchwühlens für Neulinge nun vorbei? Ich habe mir den SSM mal genauer angeschaut – und bin recht positiv überrascht. Der System Storage Manager lässt sich bequem über Yum bzw. DNF nachinstallieren:

# yum install system-storage-manager
# dnf install system-storage-manager

Das Konzept des SSMs erinnert mich ein wenig an das Windows’sche diskpart und das aus der HP-UX-Welt bekannte vxdisk-Utility – diese beiden Werkzeug erlauben ebenfalls das nahezu komplette Storage-Management über selbsterklärende Befehle. Was kann der SSM überhaupt? Er kann:

  • ext3-, ext4-, xfs- und btrfs-Volumes anlegen (create) und überprüfen (check)
  • Geräte, Volumes und LVM-/RAID-/Btrfs-Pools auflisten (list dev/vol/pool)
  • LVM-/RAID-/Btrfs-Pools erstellen, erweitern und löschen
  • Volumes, Dateisysteme löschen (remove) und vergrößern/verkleinern (resize)
  • Snapshots anlegen (snapshot)

Wie man sieht, sind die Befehle selbsterklärend – die ggf. benötigten Optionen lehnen an altbekannte mkfs- und LVM-Kommandos an, SSM ist also recht umsteigerfreundlich.

Volumes anlegen

Mit drei kurzen Befehlen erstellt man eine LVM-Volumengruppe mit 2 Volumes, von denen eines nachträglich verkleinert wird:

# ssm list dev
------------------------------------------------------------
Device        Free      Used      Total  Pool    Mount point
------------------------------------------------------------
/dev/sda                       20.00 GB          PARTITIONED
/dev/sda1                     500.00 MB          /boot
/dev/sda2  0.00 KB  19.51 GB   19.51 GB  fedora
/dev/sdb                       10.00 GB
/dev/sdc                       10.00 GB
------------------------------------------------------------

# ssm create -s 6G --fstype ext4 /dev/sdb
  No physical volume label read from /dev/sdb
  Physical volume "/dev/sdb" successfully created
  Volume group "lvm_pool" successfully created
  Logical volume "lvol001" created
# ssm resize -s 5G lvm_pool/lvol001
# ssm create -s 2G -n crash_vol --fstype ext4 -p lvm_pool

# ssm list vol
-----------------------------------------------------------------------------------------------
Volume                   Pool      Volume size  FS      FS size       Free  Type    Mount point
-----------------------------------------------------------------------------------------------
...
/dev/lvm_pool/lvol001    lvm_pool      5.00 GB  ext4    5.00 GB    4.53 GB  linear
/dev/lvm_pool/crash_vol  lvm_pool      2.00 GB  ext4    2.00 GB    1.80 GB  linear
-----------------------------------------------------------------------------------------------

# ssm list pool
----------------------------------------------------
Pool      Type  Devices     Free      Used     Total
----------------------------------------------------
fedora    lvm   1        0.00 KB  19.51 GB  19.51 GB
lvm_pool  lvm   1        3.00 GB   7.00 GB  10.00 GB
----------------------------------------------------

Snapshots

Das Anlegen von Snapshots ist simpel – es genügt ein einzelner Befehl, um einen Snapshot anzulegen. Über das list-Kommando kann der Snapshot inklusive Größe anschließend eingesehen werden.

# ssm snapshot -s 1G -n crash_snap lvm_pool/crash_vol
# ssm list snap
-----------------------------------------------------------------
Snapshot                  Origin     Volume size     Size  Type
-----------------------------------------------------------------
/dev/lvm_pool/crash_snap  crash_vol      1.00 GB  0.00 KB  linear
-----------------------------------------------------------------

# dd if=/dev/zero of=/crash/bla.bin bs=1024k count=10
# ssm list snap
-------------------------------------------------------------------
Snapshot                  Origin     Volume size       Size  Type
-------------------------------------------------------------------
/dev/lvm_pool/crash_snap  crash_vol      1.00 GB  10.04 MB  linear
-------------------------------------------------------------------

Das Entfernen des Snapshots funktioniert analog zur Löschung eines Volumes:

# umount /crash
# ssm remove lvm_pool/crash_snap
# mount /dev/lvm_pool/crash_vol /crash

Ein Wiederherstellen von Snapshots ist derzeit noch nicht möglich – hierfür muss wie bisher lvconvert verwendet werden:

# lvconvert --merge lvm_pool/crash_snap

Volumes erweitern und überprüfen

LVM-Volumegruppen und darin befindende Volumes zu erweitern ist mit dem SSM noch leichter, als mit den altbekannten lvresize-/resize2fs-Tools:

# ssm add -p lvm_pool /dev/sdc
  No physical volume label read from /dev/sdc
  Physical volume "/dev/sdc" successfully created
  Volume group "lvm_pool" successfully extended
# ssm resize -s 10G lvm_pool/crash_vol
# ssm list pool
----------------------------------------------------
Pool      Type  Devices     Free      Used     Total
----------------------------------------------------
fedora    lvm   1        0.00 KB  19.51 GB  19.51 GB
lvm_pool  lvm   2        4.99 GB  15.00 GB  19.99 GB
----------------------------------------------------

# ssm check lvm_pool/crash_vol
Checking ext4 file system on '/dev/mapper/lvm_pool-crash_vol':
Device '/dev/mapper/lvm_pool-crash_vol' is mounted on '/crash' Unmount (N/y/q) ? Y
e2fsck 1.42.5 (29-Jul-2012)
...
/dev/mapper/lvm_pool-crash_vol: 12/655360 Dateien (0.0% nicht zusammenhängend), 61231/2621440 Blöcke
OK

Fazit

Für den Administrator ist der SSM ein sehr interessantes Werkzeug, das jetzt schon zahlreiche Funktionen und Features beherrscht. Einige Dinge fehlen mir persönlich noch, um den SSM als vollständiges Werkzeug zu bezeichnen. Beispielsweise:

  • Anlegen einer LVM-Volumengruppe ohne Volumes anzulegen
  • Wiederherstellen von LVM-Snapshots
  • Ausgabe der intern abgesetzten LVM-/*2fs-Befehle zu Dokumentationszwecken

Ich bin gespannt, inwiefern der SSM noch überarbeitet wird. Für das kommende RHEL-Release 7.0 ist das Werkzeug sicherlich ein heißer „Enhancement-Kandidat„.

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