Google Nexus 7

Auf einer kürzlichen Geschäftsreise hat mich das hohe Gewicht meines Thinkpad Tablets gestört – neben der schlecht angepassten Android-Variante von Lenovo war das für mich der Grund, mal wieder „über den Tellerrand“ zu schauen. Vor einigen Tagen konnte ich das Nexus 7 eines Arbeitskollegen in der Hand halten und war begeistert.

Kurzum – ich entschied mich dazu, einfach kurzerhand mal ein solches Gerät zu ordern und zu testen.

Technische Daten

Interessant sind die technischen Daten des neueren, aber günstigeren Nexus 7, die mein Thinkpad Tablet im Schatten stehen lassen:

Thinkpad Tablet Nexus 7
CPU-Generation Tegra 2 Tegra 3
2x 1 Ghz 4x 1.3 Ghz
RAM 1 GB
Android 3.1, 4.0.4 4.1.2, 4.2.1
Bildschirm 10.1″ @ 1280×800 (149 ppi) 7″ @ 1280×800 (216 ppi)
Gewicht 750g 340g
Externe Schnittstellen USB, Mini-HDMI, SD-Karte, Docking USB-OTG über Micro-USB
Netzwerk GPS, n-Draft WLAN, Bluetooth, (UMTS)
Extras Optionale Stifteingabe, zweite Kamera, SD-Kartenleser NFC
Speicher 16, 32, 64 (8), 16, 32
Preis 480 € (16 GB WLAN) 570 € (16 GB UMTS) 660 € (32 GB UMTS) 750 € (64 GB UMTS) 199 € (16 GB WLAN) 249 € (32 GB WLAN) 299 € (32 GB UMTS)

Erster Eindruck

Das Nexus 7 wirkt trotz des niedrigen Preises keineswegs billig oder minderwertig, wie fälschlicherweise oftmals vermutet wird. Ich konnte bei meinem Exemplar keine lockeren Ecken oder knarzende Gehäusestellen finden. Mit der leicht gummierten Rückseite liegt das Nexus 7 sehr gut in der Hand und passt wirklich in jede noch so kleine Tasche. Mit etwas mehr 300 Gramm Gewicht lässt sich das Gerät auch liegender- und stehenderweise längere Zeit angenehm benutzen – ein idealer Begleiter für Bus- und Zugfahrten.

Ich persönlich mag den Formfaktor des Nexus 7 sehr – ein 10″-Tablet ist für meinen Geschmack zu groß. Das 7″-Gerät ist klein und leicht und kann überall hin mitgenommen werden, was bei meinem eher klobigen Thinkpad Tablet nicht der Fall ist.

Das Nexus 7 wird mit Android 4.1 ausgeliefert – per Systemupdate ist die neueste Version 4.2.1 erhältlich. Das nackte Android ist minimalistisch, aber keineswegs hässlich. Gegenüber meinem Thinkpad Tablet ist mir aufgefallen, dass es sehr schnell arbeitet. Es gibt keine spürbaren Hänger, wie beim von Lenovo unnötig angepassten Android-Derivat. Das pure von Google entworfene Android-System kann hier voll und ganz punkten.

Ebenso minimalistisch wie das Betriebssystem ist auch das Gehäuse des Nexus 7, das neben der obligatorischen 3,5mm Klinke lediglich über eine Micro-USB-Schnittstelle verfügt. Einer der Gründe, warum ich mir das Thinkpad Tablet zugelegt hatte, war die Anzahl der Schnittstellen. Neben einem vollwertigen USB-Port gab es einen Mini-HDMI-Anschluss und einen SD-Kartenslot. Den vollwertigen USB-Port kann man mithilfe eines USB-OTG-Adapters nachrüsten – so lassen sich auch Eingabe- oder Speichergeräte anbinden. HDMI steht nicht zur Verfügung – was mich aber nicht sört.

Das Wegfallen von SD-Kartenslots ist ein Trend bei Smartphones und Tablets, der mir nicht sonderlich gefällt. Bei einem Smartphone wäre das für mich ein absolutes No-Go, da ich recht viele Daten mit mir herumschleppe und zahlreiche ROMs ausprobiere. Durch die häufige Frequentierung ist es mir durchaus schon mal gelungen, eine SD-Karte zu vernichten. Bei meinem Tablet bin ich da weniger bastelfreudig – das Gerät dient in aller Regel als digitale Zeitung und PDF-Reader, es wird seltener benutzt und soll einfach funktionieren. Bei einer Speichergröße von 32 GB habe ich aktuell keine Platzbedenken – mein vorheriges Tablet hatte ebenfalls 32 GB und wurde selten mit mehr als 16 GB „beladen„. Die zusätzlich verbaute SD-Karte habe ich nie benutzt.

Benchmark-Test

Mithilfe von AnTuTu Benchmark habe ich die beiden Geräte einem Benchmark-Test unterzogen – und war überrascht:

Test Thinkpad Tablet Nexus 7
RAM 1043 1867
CPU Integer 1514 3577
CPU Float 1115 2700
2D 428 785
3D 967 2878
Database I/O 280 545
Gesamtergebnis 5347 12694

Ich hätte nicht gedacht, dass es solche großen technischen Unterschiede zwischen Tegra 2 und Tegra 3 gibt.

Während mein Thinkpad Tablet mit 1080p-Streams zu kämpfen hat, spielt das Nexus 7 problemlos 1080p-Videos ohne Ruckler ab. Auch Spiele laufen flüssiger und wirken dank der hohen Pixeldichte klarer.

Die Firmware des Thinkpad Tablets verursacht an einigen Stellen unnötige Ruckler, die das Gerät aufgrund der Hardware-Konfiguration eigentlich nicht haben sollte. Vermutlich ist das auf das durch Lenovo angepasste Android-Derivat zurückzuführen, wie bei vielen anderen Androiden mit herstellereigener Android-Variante. Bedauerlicherweise gibt es selbst auf xda-developers keine größere Auswahl an stabilen, alternativen ROMs – das Thinkpad Tablet ist ein Nischenprodukt.

Das Nexus 7 reagiert trotz mehrerer gleichzeitig benutzten Anwendungen zügig – mir sind bisher keine größeren Hänger aufgefallen.

Genau so (und nicht anders!) sollte Android auf einem Tablet agieren – ohne unnötige Bloat- und Crapware.

Fazit

Das Nexus 7 bietet ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Es ist günstig und bietet für sein Geld eine Menge Power und muss sich nicht hinter teuren Geräten verstecken. Mit seiner angenehmen Größe und schlappen 340g Gewicht ist der kleine Taschencomputer ein idealer täglicher Begleiter. Wer unterwegs Nachrichten und Bücher lesen und das ein oder andere Spiel spielen will ohne dabei viel Geld in die Hand nehmen zu müssen, dürfte sich mit dem Nexus 7 schnell anfreunden können.

Foto-Galerie

Anbei noch einige Bilder der beiden Geräte:

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