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Red Hat Enterprise Linux 6.4 veröffentlicht

Heute hat Red Hat das vierte Update von Red Hat Enterprise Linux 6 veröffentlicht. Nach acht Monaten gab es nun also wieder eine Aktualisierung, die zahlreiche Fixes und Erneuerungen mit sich bringt.

Die Release Notes für RHEL 6.4 sind, wie gewohnt, recht umfangreich – ich persönlich empfinde die folgenden Erneuerungen als besonders erwähnenswert:

Kickstart

Mithilfe der fcoe, vlanid, bondslaves und bondopts Optionen ist es nun möglich, Fibre-Channel-over-Ethernet-Geräte, VLANs und Netzwerk-Bonds für Kickstart-Installationen zu verwenden.

Technology Previews

Mit RHEL 6.4 gibt es zwei Anwendungen, die als „technische Vorschau“ Einzug in das Betriebssystem finden. Diese Anwendungen sind noch nicht komplett für den produktiven Betrieb freigegeben und dienen eher zu Testzwecken.

Eine der beiden Anwendungen ist das vor einiger Zeit erschienene Samba 4, welches der erste komplett zu Microsoft Active Directory Services kompatible Verzeichnisdienst für Linux/Unix ist. Samba 4 wurde 6 Jahre lang entwickelt und stellt mehr oder weniger eine komplette Re-Programmierung von Samba dar.

Mit HAProxy wurde ein Netzwerk Load-Balancer für TCP-/HTTP-Anwendungen eingeführt.

Sicherheit

Das PAM-Modul pam_cracklib wurde aktualisiert und unterstützt nun unter anderem das Auslesen des optionalen GECOS-Felds für angelegte Benutzer. In dieses Feld werden in der Regel zusätzliche Informationen, wie beispielsweise der Vor- und Nachname oder auch der Firmenname, eines Benutzer eingetragen. Bei der Erstellung von Passwörter können Teile dieser Informationen ausgeschlossen werden, um die Passwortsicherheit zu erhöhen. Mittels der Option enforce_for_root kann dieser Schutz auch für das lokale Administratorkonto erzwungen werden.

IPTables unterstützt nun Fallback-Konfigurationen. Falls die Hauptkonfiguration (/etc/sysconfig/iptables) nicht geladen werden kann, besteht die Möglichkeit, eine alternative Fallback-Konfigurationsdatei (/etc/sysconfig/iptables.fallback) zu laden.

Virtualisierung

Red Hat Enterprise Linux 6 verfügt in der neuen Version über vollen Hyper-V Support (inklusive Balooning). Virtuelle Installationen auf Hyper-V-Umgebungen integrieren sich besser und agieren performanter.

Die Paravirtual-Treiberfamilie für VMware vSphere Hypervisor (ESXi) wurde aktualisiert. Darüber hinaus werden gemeinsam verwendete VMDK-Festplatten nun für Cluster unterstützt. So ist es beispielsweise möglich, OCF2-Volumes auf entsprechend konfigurierten VMDK-Festplatten anzulegen und zu verwenden.

CPU-Konfiguration mit chcpu

Neu ist ein Tool namens chcpu, mit welchem Prozessoren konfiguriert, aktiviert und deaktiviert werden können.

So lässt sich beispielsweise die Art und Weise, in der Prozesse verteilt (polarisiert) werden, beeinflussen. Prozesse können entweder „horizontal“ auf alle verfügbaren CPUs/Kerne verteilt oder auf einige bestimmte beschränkt werden (vertikal).

CPUs lassen sich kinderleicht aktivieren/deaktivieren:

# grep processor /proc/cpuinfo
processor       : 0
processor       : 1
# chcpu -d 1
# grep processor /proc/cpuinfo
processor       : 0

Sonstige Änderungen

Der Linux-Kernel wurde von Version 2.6.32-279 auf 2.6.32-358 aktualsiert.

Samba verfügt nun über Kerberos AES-Support und verspricht so auf Windows 2008/2008R2/7/8-Clients höhere Sicherheit.

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