VMware ESXi 5.5 und HP MicroServer N40L

Vor 1 Monat veröffentlichte VMware eine neue Version des beliebten ESXi Hypervisors.

Nachdem schon die Produkte Fusion, Player und Workstation im September neue Major-Releaseupdates erhielten, rundete das ESXi-Update das Portfolio von VMware ab.

Einige technischen Erneuerungen der neuen Version sind:

  • wegfallende Beschränkung auf 32 GB Host-Arbeitsspeicher (auch neu ist eine Mindestanforderung von 4 GB RAM) – jedoch weiterhin Limitierung auf maximal 2 physische CPUs
  • Erweiterter Host-Support – ein ESXi-Host kann jetzt über bis zu 320 physische CPUs und 4 TB Arbeitsspeicher verwalten, darüber hinaus werden 40 GBit/s Netzwerkkarten unterstützt
  • CPU C-States – bisher konnte die CPU nur heruntergetaktet werden (P-States), nun werden auch weitere Stromsparmaßnahmen unterstützt
  • Virtuelle Hardware Version 10 – VMDKs dürfen bis zu 62 TB umfassen, neu hinzugefügter virtualisierter SATA-Controller (bisher nur SCSI/SAS), Support von Windows 8.1, Server 2012 R2 und Red Hat Enterprise Linux 7 Gästen, entfernter Support von museumartiger Software (Windows 3.11 – 2000, NetWare, MS-DOS, SCO)
  • Besserer vGPU-Support – bessere Leistungsfähigkeit in virtuellen Maschinen und erweiterter Hardware-Support; früher wurde nur NVidia unterstützt, nun werden auch AMD GPUs unterstützt
  • vSphere Flash Read Cache – spezielle Technologie, bei der VM-Daten auf SSDs zwischengespeichert werden, Lesezugriffe erfolgen beschleunigt auf Flash-Speicher
  • Verbesserter LACP-Support – 22 neue Hashing-Algorithmen, maximal 64 Aggregationsgruppen (LAG) per Host und dvSwitch

Wer mehr über die technischen Erneuerungen von ESXi 5.5 erfahren möchte, findet im folgenden PDF von VMware zahlreiche Informationen: [klick mich!]

HP P410 Hardware-Status

HP P410 Hardware-Status

Übrigens: Wer einen HP Smart Array-Controller sein Eigen nennt, benötigt eine neue Version des HP Offline Bundles, um den Hardware-Zustand des Controllers zu überwachen.

Vorherige Versionen der HP Offline Bundles sind nicht mit ESXi 5.5 kompatibel – sie lassen sich zwar installieren, funktionieren aber nicht zuverlässig. Als ich ESXi 5.5 auf meinem Microserver installierte, gab es noch kein neues Offline Bundle und ich installierte die Version für ESXi 5.0. Diese Version zeigte mir zwar Status-Informationen an, jedoch unvollständig – und nach einigen Stunden waren diese Informationen nicht mehr über den vSphere Client einsehbar.

Die benötigte Version lautet „HP Agentless Management Service Offline Bundle for VMware vSphere 5.5“ und ist hier zu finden: [klick mich!]

Mit dieser Version funktioniert das Überwachen des Controllers einwandfrei. 😉

17 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. hey,

    hab auch einen N40L mit 4GB ….
    bei der Installation von ESXi 5.5 wird gesagt, dass ich nur 3.87 GiB habe, benoetige aber 3,97 GiB.

    Kann man das umgehen ??

    mfg peter

    • Hallo Peter!

      Du kannst im BIOS angeben, wieviel MB des RAMs für den Grafikspeicher reserviert wird. Wenn du diese Einstellung auf den niedrigsten Wert (2 oder 4 MB) stellst, könnte es vielleicht funktionieren.

      Beste Grüße,
      Christian.

    • Hey marco!

      Oh, das könnte an vielen Dingen liegen. Ich hoffe, Du bist bastelfreudig und bringst genügen Zeit mit. 😀

      Welches ESXi-Image verwendest Du? Das generische oder von HP angepasste? Ich würde letzteres mal ausprobieren, um herauszufinden, ob es am Image liegt. Vielleicht fehlen hier spezielle Treiber.

      Kann das bei mir leider nicht so ganz nachstellen, weil ich einen Hardware RAID-Controller benutze. Kann mir aber nicht vorstellen, dass der interne Software RAID-Controller so „lahm“ ist. Habe auf einem N36L ein Linux Software-RAID und erziehle hier trotz AES-Verschlüsselung Transferraten von bis zu 80 MB/s.

      Wenn ich deinen Post im Forum richtig verstehe, nutzt du VMFS-3 mit einer Blockgröße von 1 MB – warum? Ich würde, wenn möglich, immer die neueste Version von VMFS (hier VMFS-5) einsetzen. Somit könnte man ausschließen, dass es am Dateisystem liegt.
      Was sagen denn die S.M.A.R.T.-Werte der Festplatten?
      Ansonsten könnte ich mir auch vorstellen, dass die Festplatten zum Problem beitragen können – ich habe schon verstärkt gelesen, dass insbesondere die Red-Serie von WD in Kombination mit VMware vSphere Probleme verursachen.
      Hast Du eine andere Festplatte, die Du dazu stecken kannst? So könnte man evtl. ausschließen, dass die Festplatten die Ursache des Übels sind.

      Sind auf den betroffenen VMs die VMware-Tools in der neuesten Version installiert? Nur wenn dem so ist, kann der maximal mögliche Durchsatz erwartet werden. Ich könnte mir vorstellen, dass das Problem auf Treiber-Ebene beim FreeNAS-Server begraben ist.

      Du kannst ja mal testweise eine einfache Linux-VM erstellen und dort eine Dateifreigabe erstellen – so könnte man das Treiber-Problem auf VM-Ebene ausschließen.

      Zu Realtek kann ich wenig sagen, da ich hier Broadcom und Intel einsetze (einfach, weil der Support signifikant besser ist – wie schon im Forum angemerkt wurde).
      Eventuell kann man auch mal die Netzwerkkarten vertauschen um auch dieses Problem ggf. ausschließem zu können.

      Beste Grüße und gutes Gelingen bei der Detektivsuche,
      Christian.

      • Hallo Andreas,

        ging die Frage an mich? Ich nutze kein FreeNAS sondern CentOS als Betriebssystem. Da ich mich auf Linux bedeutend besser als auf *BSD auskenne, habe ich mir FreeNAS nie näher angeschaut – habe lediglich einige Tests in einer VM ausgeführt.
        Was Dateisysteme anbelangt bin ich ähnlich konservativ, hier vertraue ich seit Jahren auf die ext*-Familie und setze aktuell ext4 ein.

        Prinzipiell ist es aber immer sinnvoll mehr Arbeitsspeicher zu verwenden, wenn man ZFS nutzt – da hast Du vollkommen Recht. 🙂

        Beste Grüße,
        Christian.

      • Hallo Christian,

        die Info ging in Richtung Marco. Hab‘ wohl den falschen „Kommentieren“-Button erwischt… 🙂

        Grüße
        Andreas

  2. hallo Christian!
    danke für die schnelle antwort und für deine hilfe

    ich habe das Image direkt von VM-ware, wusste garnicht das es eines von HP gibt. werd ich mal probieren.

    ich verwende VMFS5. die blockgröße von 1 MB habe ich um die vollen 2 TB nutzen zu können

    http://de.tinypic.com/view.php?pic=2vrvr6s&s=5

    http://de.tinypic.com/view.php?pic=2l8ubh4&s=5

    die SMART werte sind iO, die platten sind fabrikneu
    ich hab hier noch wo eine alte SATA platte zum testen, doch ich bekomme auch mit der SSD nicht viel raus

    an den VMs kann es nicht liegen, die sind ausgeschaltet

    hier noch ein diagramm der platten während ich dateien darauf schreibe
    http://de.tinypic.com/view.php?pic=vc95c&s=5

    die orangene linie ist die SSD, schafft hier knapp 22MB
    die blaue linie ist eine der WD´s, die schafft nichtmal 8MB

    • Hallo Marco,

      wünsche Dir viel Erfolg mit dem HP-Image! Mich würde interessieren, ob Du damit mehr Erfolg hast.

      Die Performance ist wirklich unzureichend.
      Das klingt in der Tat danach, dass der Onboard-Controller nicht korrekt unterstützt wird.

      Wäre natürlich interessant zu sehen, ob die Festplatten und die SSD an einem RAID-Controller mehr IOPS bringen.

      Ich kann das leider nicht nachstellen, weil ich meinen HP N40L mit einem P410 versehen habe und auch keinen weiteren MicroServer für Tests übrig habe.

      Beste Grüße,
      Christian.

  3. Hi Christian,

    interessante Sache! Ich überlege gerade auch meinen NL40 mit VMware vSphere® Hypervisor als Virtualisierungslösung im Heimnetzwerk einzurichten.
    Kannst Du etwas dazu sagen, welche VMs bei Dir laufen?
    Meine Idealvorstellung wäre FreeNAS für Storage, Backup, FTP plus ggf. Owncloud sowie parallel Windows Server 2012 Data Center vornehmlich für Active Directory und evtl. zusätzlich ein paar kleinere Tools wie JDownloader. Da es sich wie gesagt um mein Heimserver handelt muss er maximal zwei bis drei Rechner gleichzeitig mit Daten versorgen – einer davon ein OpenELEC Media Center. Wenn ich mir die Hardware des NL40 anschaue (betreibe ihn momentan ohne RAID mit 6GB ECC RAM, Aufrüstung auf 8GB zwecks ZFS in FreeNAS ist geplant) könnte ich mir vorstellen, dass das performancetechnisch aber doch sehr knapp werden könnte.

    Würde mich deshalb über Deine Einschätzung freuen 🙂

    Danke und viele Grüße,

    Jonathan

    • Hallo Jonathan,

      Vielen Dank für dein Feedback!

      Ich betreibe auf meinem N40L derzeit 12 VMs (und benötige hierfür 16 GB ECC RAM; wird offiziell nicht unterstützt, funktioniert aber wunderbar), wovon eine eine Windows 7-Maschine ist. Die anderen VMs sind Linux-Maschinen, die (im Vergleich zu Windows-VMs) wesentlich performanter auf dem eher flachbrüstigen MicroServer laufen. Die Windows 7-VM dient bei mir lediglich als vSphere-Client, da es diesen ja nicht für Linux gibt. Ich nutze diese VM nur, um remote meinen ESXi zu steuern (beispielsweise, um VMs anzulegen). Trotz dieser sehr geringen Anwendung ist die VM wirklich nicht sonderlich schnell – die Reaktionszeiten über RDP sind teilweise recht lang.
      Ich vermute daher, dass ein vollwertiger Windows-Server mit Active Directory-Rolle signifikant langsamer laufen wird – die Frage ist, inwiefern sich das auswirkt. Bei meiner Windows 7-VM reagiert die Konsole träge (Vordergrundprozess!), bei einem Windows Server liegt das Augenmerk auf Hintergrunddiensten, wie dem Active Directory-Server – vielleicht dauert in deinem Anwendungsfall lediglich der Anmeldeprozess über die Domäne länger – hier hilft vermutlich nur ein Test. Ich persönlich würde jedoch keine beeindruckende Performance erwarten.

      Im Bezug auf ZFS sehe ich ein RAM-Problem auf dich zukommen. Ich selbst habe ZFS bisher nie produktiv eingesetzt, weiß aber, dass es sehr RAM-hungrig ist. Einer meiner Freunde, Dennis, hat oft mit ZFS-Filern „herumgespielt“ und meist 6 GB oder sogar mehr ausschließlich für den ZFS-Filer reserviert. In einem seiner Blog-Artikel geht er darauf ein: [klick mich!].

      Bei den anderen Diensten sehe ich keine Probleme. Ich habe hier verschiedenene Webserver, Datenbanken und andere Anwendungen (Nagios, Icinga, Red Hat Spacewalk, NFS, einige Linux-Entwicklungssysteme) laufen und kann mich nicht über die Performance beschweren. Natürlich ist der N40L nicht so schnell wie ein voll ausgestatteter Server – für den Preis bietet er bei Linux-VMs jedoch eine recht gute Leistung.

      Vielleicht wäre aber der MicroServer Gen8 eine denkbare Alternative für dich. Dieser Server verfügt über eine stärkere CPU und angeblich sollen auch bis zu 32 GB Arbeitsspeicher (offiziell 16 GB anstatt 8 GB wie beim N36L/N40L/N54L) unterstützt werden. Ganz klarer Plus-Punkt: die CPU ist wechselbar, es gibt zahlreiche Berichte im Internet, die bezeugen, dass sogar leistungsstarke Intel Xeon-CPUs im kleinen Würfel funktionieren.

      Ich persönlich würde auch gerne ab und an mit Windows-Systemen experimentieren – kann es aber nicht, weil die CPU mit meinen anderen Systemen ganz gut zu tun hat. Aus diesem Grund werde ich meinen N40L vermutlich dieses Jahr durch einen MicroServer der achten Generation ersetzen. Dank modularem CPU-Sockel kommt dann ein Intel Xeon 1230v2 in den kleinen Würfel – das sollte ausreichen. 😉

      Ich hoffe, ich konnte Dir helfen. 🙂

      Beste Grüße,
      Christian!

  4. Hallo zusammen,

    Ich habe ein auch ein HP N40L mit 2 GB RAM und 250 GB HDD.
    Ich möchte esxi 5.5. installieren aber der installer steigt aus mit der Meldung „no network card detected“

    Die treiber sind drin. Ich hab sie manuell mit dem ESXi-Customizer-v2.7.2 hinzugefügt und die SW meinte sie überschreiben zu müssen da sie schon drin sind.
    Die Netzwerkkarte läuft unter debian 7.
    Ich weiß nicht mehr weiter. hattet jemand das Problem schon ?

    • Hi Julien!

      Ich hab damals ein Upgrade von 5.1 auf 5.5 gemacht, kann also nicht direkt sagen, ob 5.5 die Netzwerkkarte des N40L erkennt. Ich habe aber prinzipiell auch zwei Netzwerkkarten verbaut, sodass das Problem vermutlich ohnehin nicht bei meinem Server auftreten würde.
      Welche ISO verwendest Du denn zum Installieren? Es gibt auch eine von HP angepasste ISO, die dann auch alle ProLiant-Treiber enthält: [klick mich!]
      Die 5.0-ISO habe ich erfolgreich beim N40L zum Installieren verwendet.

      Wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich ein ähnliches Problem damals mit dem N36L und vSphere 5.0 – als Workaround habe ich dann eine herumliegende PCI Express-NIC verbaut und ESXi installiert. Nach der Installation wurde auch die andere NIC erkannt.

      Auch wenn eine Netzwerkkarte unter Linux funktionsfähig ist, muss das nicht auch für vSphere gelten – hierfür gibt es eigene Treiber und vor allem bei der BCM5723 des N40L scheint es beim Installieren wohl manchmal Probleme zu geben.

      Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.

      Beste Grüße,
      Christian.

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