Erster Blick auf SUSE Linux Enterprise Server for VMware

Vor einigen Daten bin ich durch Zufall auf etwas gestoßen, das ich schon fast vergessen hatte: SUSE Linux Enterprise Server for VMware.

Hierbei handelt es sich um eine leicht angepasste Version von SUSE Linux Enterprise Server (SLES), entstanden 2010 durch eine Kooperation von VMware und Novell. Das interessanteste hierbei dürfte sein, dass diese Version für Besitzer der VMware vSphere-Editionen Standard oder höher komplett kostenlos ist. Ja, richtig gehört – kostenlos. In aller Regel ist SLES kostenpflichtig, da für Patches und Updates Subscriptions erworben werden müssen. Für VMware-Kunden entfällt dies, die Patch-/Update-Berechtigung ist an die vSphere-Subscription gebunden – bedeutet: solange vSphere in der Wartung ist, trifft dies auch auf die SLES-Installationen zu.

Es gibt keinerlei Installationsbeschränkungen – es können beliebig viele SLES-Gäste installiert werden. Das ist durchaus interessant ist, weil es hier nicht mal die sonst typischen Beschränkungen pro virtuellen Gast gibt. Es gibt jedoch einige Installationsrollen, die gegenüber dem konventionellen SLES, verständlicherweise nicht zur Verfügung stehen:

  • Infiniband (OFED)
  • KVM Virtual Machine Host Server
  • Xen Virtual Machine Host Server

Wie auch der konventionelle SLES wird ext4 nicht als Installationsziel unterstützt (siehe Galerie) – auch nach der Installation wird ext4 nur lesend unterstützt. Der Grund für diese Limitierung erschließt sich mir nicht, ich hätte eine vollständige Unterstützung von ext4 dem btrfs-Support vorgezogen.

Das Angebot bezieht sich jedoch lediglich auf Updates und Patche – der Telefon-/E-Mail-Support für SLES kann optional bei VMware Global Support Services erworben werden. Hierzu finden sich keine Preise im Internet – bei einer Kostengegenüberstellung sollte man das nicht vergessen.

Um SUSE Linux Enterprise Server for VMware zu nutzen, muss lediglich ein Online-Formular ausgefüllt werden: [klick mich!]. Dort werden die Seriennummern der einzelnen ESXi-Hosts eingetragen – anschließend werden Aktivierungscodes generiert, welche zur Installation der VMs verwendet werden.

Für mittlere bis große Unternehmen dürfte sich das Angebot durchaus rechnen, da hierbei die herkömmlichen Subskriptionen eingespart werden könnten. Unternehmen in dieser Größe setzen vermutlich, wenn VMware verwendet wird, ohnehin mindestens auf die vSphere Standard-Edition und bekommen somit die Subskription „geschenkt„. Kleine Unternehmen greifen hier häufig zu den beliebten Essential-Kits, der Aufpreis zur Standard-Edition ist hier weniger wirtschaftlich.

Als einzigen eventuellen Nachteil könnte man ansehen, dass der Support nicht direkt bei SUSE sondern über VMware abgewickelt wird – ich habe hier aber keine persönlichen Erfahrungen. Wenn der VMware-Support für SLES jedoch dem für vSphere (mit welchem ich bis dato sehr zufrienden bin!) ähnelt, kann das kein Nachteil sein. 🙂

Anbei noch einige Screenshots einer Test-Installation:

Update vom 12.10.2014:

Zum 25.Juli 2014 wurde das Kooperationsprogramm beendet (siehe auch hier). Bestehende Subscriptions bleiben bis 6 Monate nach dem Erscheinen von SUSE Linux Enterprise Server SP4 bestehen. Neue Registrierungen sind nicht mehr möglich.

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