IOmeter unter Linux nutzen

IOmeter ist ein Programmsammlung zum Ausführung detaillierter IO-Benchmarks. Es ist der Lage die Charakteristika gängiger Anwendungen und Dienste abzubilden und genießt daher „Defacto-Standard“ Status. IOmeter besteht aus einer Verwaltungssoftware, die die einzelnen Tests steuert und deren Ergebnisse auswertet und Dynamo – einem Programm, dass die einzelnen Tests in mehreren Threads auf dem lokalen oder einem entfernen System ausführt.

Neben Windows unterstützt die letzte Version von IOmeter auch Linux auf 32- und 64-bit Systemen. Die grafische Anwendung zur Steuerung der einzelnen Tests ist nur für Windows erhältlich, für Linux-Systeme steht lediglich die Worker-Engine Dynamo zur Verfügung. Diese kann auf der Webseite des Projekts bezogen werden. Ältere Versionen stehen auch für NetWare, Solaris und Linux für die vorsintflutlichen Architekturen XScale und PowerPC zum Download bereit.

Dynamo verwendet zur Kommunikation einen zufälligen hohen TCP-Port aus – eine feste Konfiguration ist nicht möglich. Das bedeutet, dass es für Debugging-Zwecke einfacher ist, die lokale Firewall des zu testenden Systems temporär zu deaktivieren. In diesem Zuge ist es auch empfehlenswert, kurzzeitig SELinux auszuschalten, falls es zum Einsatz kommt:

# wget http://sourceforge.net/projects/iometer/files/iometer-stable/1.1.0/iometer-1.1.0-linux.x86_64-bin.tar.bz2/download -O iometer-1.1.0-linux.x86_64-bin.tar.bz2
# tar xf iometer-1.1.0-linux.x86_64-bin.tar.bz2
# service iptables stop ; setenforce 0

Anschließend kann dynamo auf einem Host (mySrv in diesem Beispiel) wie folgt gestartet werden, um über einen Windows-Rechner (myDesk in diesem Beispiel) gesteuert zu werden:

mySrv # ./dynamo -i myDesk -m mySrv

Der Schalter -i gibt den Namen des Windows-Rechners an, auf welchem die IOmeter-Software gestartet wurde. Es empfiehlt sich, dynamo nach IOmeter zu starten. Der Hostname des zu benchmarkenden Systems wird dem Schalter -m zugewiesen – dieser Wert wird von IOmeter auf dem Windows-System verwendet, um die Rückkommunikation zu starten. Bei DNS-Problemen kann hier beispielsweise die IP-Adresse angegeben werden. Um in diesem Fall der IP-Adresse in IOmeter einen lesbaren Namen zuzuordnen, kann über den optionalen Schalter -n eine Zeichenkette übergeben werden:

mySrv # ./dynamo -i 10.22.1.29 -m 10.22.1.32 -n mySrv

Anschließend stellt dynamo eine Verbindung zur Management-Software her und beginnt damit, angeschlossene Laufwerke zu erkennen:

Dynamo version 1.1.0, x86-64, built Mar 25 2014 22:08:27



Command line parameter(s):
 Looking for Iometer on "myDesk"
 New manager name is "myDesk"
Sending login request...
 mySrv
 10.22.1.32 (port 39472)
Successful PortTCP::Connect
 - port name: 10.22.1.29

*** If dynamo and iometer hangs here, please make sure
*** you use a correct -m <manager_computer_name> that
*** can ping from iometer machine. use IP if need.
 Login accepted.
Reporting drive information...

In diesem Beispiel wurde der TCP-Port 39472 verwendet. Wer seine lokale Firewall nicht kurzzeitig deaktivieren kann oder möchte, muss diesen Port öffnen.

Anschließend taucht das System in der Übersicht von IOmeter auf. Nun können die einzelnen Laufwerke und Test-Szenarien konfiguriert werden:

IOmeter + Linux

IOmeter + Linux

Es sollte nicht vergessen werden, nach Abschluss der Tests die lokale Firewall und – falls vorhanden – SELinux wieder zu aktivieren:

# service iptables start ; setenforce 1

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